3608502025

Kap der Finsternis

Von:
Roger Smith

ISBN:
3608502025

Verlag:
Tropen Bei Klett-Cotta

Erschienen:
2009-05

Wo kann ich das kaufen:

Amazon (EUR 21,90 - 13,40) Refresh | Suche in eBay

Rezensionen (11)

 
Josie0412
Geschrieben von Josie0412 über Kap der Finsternis
23.08.2009 15:58

Inhalt:

Jack Burn flieht mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt aus den USA nach Kapstadt.
Das in der Ehe nicht alles zum besten steht, läßt sich leicht erahnen und das Warum wird auch bald aufgeklärt.
Jack ist, ebenso wie Susans Vater, ein Spieler, der in den USA zuletzt kein Glück mehr hatte und an die falschen Leute geraten ist.

In Kapstadt versucht man trotz der Probleme ein neues Leben aufzubauen, was auch bis zu dem Abend, an dem sie "Besuch" von 2 Gangstern bekommen, anscheinend gelingt.
Jack bringt beiden Männer, den einen mehr in Notwehr, den anderen weil er halt gerade dabei ist, um.
Er läßt die Beiden verschwinden, sie werden jedoch gefunden und auf Umwegen dem korrupten Polizisten "Gatsby" gemeldet.
"Gatsby" ist ein fetter, stinkender Polizist, der eine Art eigenen "Kreuzzug im Auftrag des Herren" führt.

In die Geschichte eingeflochten wird noch Benny Mongrel, ein 28er, der gerade aus frisch aus dem Gefängnis kommt und nun ein gutes Leben führen möchte.
Leider ist ihm das durch einige Beobachtungen und unglückliche Zustände nicht vergönnt.

Viele Menschen führt diese Geschichte zusammen und läßt es eigentlich auch zwischen allen zu einem finalen Showdown kommen.

Fazit:

Ein absolut spannungsgeladener und temporeicher Thriller!
Sicher ist die Sprache gewöhnungsbedürftig, aber da Roger Smith in Kapstadt geboren wurde, nehme ich mal an, dass er ganz genau weiß, wie es in seiner Heimatstadt zugeht.
Zwischenzeitlich hätte ich gerne mehr von Benny Mongrel gelesen, da ich seine Geschichte stellenweise interessanter fand, aber das hat sich dann auch wieder geändert.
Ich kann diesem Buch nur die volle Punktzahl geben und auf jeden Fall weiterempfehlen!

Silkedb
Geschrieben von silkedb über Kap der Finsternis Star3
05.05.2009 13:28

Inhalt:
Der Amerikaner Jack Burn ist gemeinsam mit seiner Familie auf der Flucht. Mit seiner schwangeren Frau und seinem kleinen Sohn, hat es ihn nach Südafrika verschlagen. Zurückgezogen leben sie nun in Kapstadt, bis sie das Verbrechen einholt. Sie werden Opfer eines Überfalls und Jack tötet die Angreifer. Doch was noch viel schlimmer ist, ist die Angst der Entdeckung ihres Doppellebens unter falschem Namen. Nun droht alles aufzufliegen und Jacks wichtigster Anreiz ist es, sein neues Leben zu schützen. Doch Korruption und Verbrechen infiltrieren in Kapstadt nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Polizei. Der skrupellose Inspektor Rudi Barnard schreckt vor keiner Untat zurück um seine Privilegien zu schützen und so wird Jack mit einem harten Gegner konfrontiert. Doch es gibt auch noch Benny Mongrel, einen ehemaligen Gefängnisinsassen, der nun als Nachtwächter tätig ist, und das Verbrechen beobachten konnte.
Wird es Jack gelingen seine Vergangenheit weiter zu verbergen und seine Familie zu beschützen?

Meine Meinung:
Leider war ich ein wenig enttäuscht von „Kap der Finsternis“. Nach dem überaus spannenden Beginn hatte ich mir einen rasanten Thriller versprochen. Diese Erwartungen wurden jedoch nicht ganz nach meinen Vorstellungen erfüllt.
Was mich hier sehr viel mehr beeindruckt hat, als die eigentlichen Thrillerelemente, ist das Bild das vom modernen Kapstadt gezeichnet wird.
Die Auswirkungen der Apartheid, die Dominanz des Verbrechens, die alltägliche Korruption und die Trostlosigkeit der Menschen. Das alles hoffe ich mehr im Bereich der Fiktion, als der Fakten ansiedeln zu können.
Es scheint jedoch eine traurige Realität zu sein, dass Kapstadt kein blühendes Paradies ist, und so ist der Titel „Kap der Finsternis“ in Teilen durchaus berechtigt.
Besonders erschütternd empfand ich die Figur des Polizeiinspektor Rudi Barnard, genannt Gatsby. Seine Sicht der Dinge, sein Glaube der ihm Rechtfertigung für alles lieferte und seine Abgestumpftheit sind das negativste Beispiel eines Gesetzeshüters, von dem ich je gelesen habe. Es ging sogar soweit, dass ich beim Lesen einen regelrechten Widerwillen entwickelte noch mehr von diesem Wesen und seinen Untaten zu erfahren. Die Kälte und beängstigen Realitätsnähe zu den tatsächlichen Zuständen in Südafrika haben bei mir erreicht, dass ich „Kap der Finsternis“ nicht mehr als Roman ansehen konnte, sondern die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschmolzen.
Das ist zwar ein durchaus angestrebtes Ziel von Autoren, jedoch kein Zustand, den ich beim lesen von Thrillern als erstrebenswert ansehe.
Wer damit gut zu recht kommt, wird hier jedoch einen Thriller mit ungewöhnlichem Potenzial zur Milieustudie erleben.
Der Schreibstil von Roger Smith mit wechselnden Perspektiven und unverfälschtem Vokabular hat mir jedenfalls gut gefallen.
Ich halte es für vorstellbar, dass der Autor noch eine Fortsetzung des Romans mit Jack Burn schreiben wird.

Fazit:
Erschreckend real.

Schaetzelein83
Geschrieben von schaetzelein83 über Kap der Finsternis Star2
17.04.2009 12:13

Dieses Buch hat mich irgendwie aufgewühlt, denn die Vorstellung, dass es in einer Stadt die nicht mal so weit entfernt ist tagtäglich so zugeht und man nie weiß ob man den nächsten Morgen noch erlebt, erschüttert mich doch sehr.

Das Buch an sich war gut zu lesen, leichte Sprache - wenn auch manchmal ein bisschen zu überspitzt - erinnert aber leider doch an einen mehr oder weniger guten Action-Film im Abendprogramm. Aber da Roger Smith ja aus der Filmbranche kommt, kann man ihm das wohl nicht verübeln. Dennoch sollte er aus solchen Geschichten lieber einen Film machen als daraus ein Buch zu machen, denn es ist letztendlich nicht mehr als ein Drehbuch für mich.

Die Spannung fehlte stellenweise schon sehr und musste arg der Gewalt weichen, was dann leider nur zu 2 reliwa-Sternen gereicht hat.

User
Geschrieben von Sillesoeren über Kap der Finsternis Star5
30.03.2009 16:04

Kapstadt. Eine amerikanische Familie wird von zwei Gangstern überfallen. Dem Familienvater Jack Burn gelingt es, die Angreifer zu töten. Seine hochschwangere Frau und sein vierjähriger Sohn tragen schwer an den Geschehnissen, zumal ein anderes Gewaltverbrechen dazu führte, das die Burns überhaupt überstürzt aus den USA nach Südafrika flüchteten. Ein vorbestrafter Baustellenwärter wird Zeuge des Überfalls. Ein kleiner Junge findet die Leichen und stiehlt der einen die fast neuen Schuhe. Ein korrupter Polizist nimmt Burn ins Visier und entdeckt sein dunkles Geheimnis. Damit nehmen die schrecklichen Geschehnisse ihren Lauf. Dunkel ist die gesamte Handlung. In jeder einzelnen Szene fließt dunkelrotes Blut, agieren schwarze Seelen, wird gemordet, geschändet, vergewaltigt, betrogen, veruntreut, erpresst,…

Roger Smith versteht es, Kapstadt so zu zeigen, wie es in keinem Reiseführer steht. Er hat den Mut, die Finger in jede Kapstadter Wunde zu legen, egal ob es Folgen der Apartheid sind, oder die Haftbedingungen, ob Armut angesprochen wird oder Korruption. In schonungsloser Weise und mit angemessen plumper & ordinärer Sprache zeichnet Smith ein so realitätsnahes wie erschreckendes Bild von Kapstadt und seinen Bewohnern. Ich kann die vielen Toten nicht zählen und könnte schreien, wenn ich lese, dass Babys auf den Müll geworfen werden, Kinder ihre Eltern töten, Jugendliche als Mutprobe töten, Frauen die Vergewaltigung durch den Ehemann normal finden, irgendwie alle unter Drogen stehen… Dass dies allen nicht so sehr am Arsch vorbei geht, wie es augenscheinlich den Eindruck macht, wird für mich besonders deutlich, wenn immer wieder höchst detailliert auf die Hämorriden des fetten Polizisten eingegangen wird.

Schon vor der Lektüre dieses Buches war mir klar, dass ich um Südafrika, zumindest aber um Kapstadt, bei meiner zukünftigen Reiseplanung einen weiten Bogen machen werde. So sehr ich das südliche Afrika kenne und liebe, so sehr hat mir dieser Roman wieder in Erinnerung gerufen, was ich vorher schon über die Kriminalitätsraten dieser Stadt erfahren habe. Namibia, Botsuana, Simbabwe habe ich ja als sehenswert kennen gelernt, also muss es ja auch nicht unbedingt Südafrika sein…

Hrafnaklukka
Geschrieben von hrafnaklukka über Kap der Finsternis
30.03.2009 12:47

Nachdem ich nun das Buch „Kap der Finsternis“ beendet habe, brauche ich auf jeden Fall erstmal eine literarische Erholungspause. Das Buch ist spannend, temporeich und bewegt sich so manches mal an der Grenze des guten Geschmacks, was aber wiederum hervorragend zu der Atmosphäre und Stimmung der Geschichte passt.
Der Amerikaner Jack Burn lebt mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt mehr oder weniger unfreiwillig in Kapstadt. Burn ist einer der meist gesuchten Verbrecher der USA. Rudi Barnard, auch Gatsby genannt, ist ein weisser Polizist in Kapstadt, ein bigotter Mensch ohne moralische Grenzen. Benny Mongrel, ein ehemaliges Gang-Mitglied arbeitet als Sicherheitsmann auf der Baustelle neben Burns Haus. Durch Zufall verschlägt es zwei grosse Kleinkriminelle in die Gegend, die dann beschließen, Burn und seine Familie auszurauben. Burn tötet die beiden in Notwehr, und so beginnt ein temporeicher Thriller in und um Kapstadt. Zum Ende des Buches schliessen Jack Burn und Benny Niemand eine unheilige Allianz, um dem brutalen und korrupten Buren das Handwerk zu legen.
Roger Smith versteht es meisterhaft in seinem Krimi-Debüt die Grenzen zwischen gut und böse zu verwischen und die Lebensumstände in Kapstadt zwar brutal, aber durchaus realistisch darzustellen. Rund herum hat er einen spannenden Thriller gestrickt, den man von Anfang an nicht mehr aus der Hand legen kann. Sprachlich ist das Buch allerdings nichts für zarte Gemüter, balanciert jedoch geschickt auf einem dünnen Pfad zwischen authentisch und „nicht Jugendfrei. Es wird kein Problem ausgelassen – von Drogen, Waffenhandel und Korruption bis hin zu Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Der Weg des Buches ist von Anfang bis Ende mit Leichen gepflastert, passt zu der Geschichte, war mir persönlich aber Ende etwas viel. Vor allem die so oft beschriebene Gleichgültigkeit gegenüber dem menschlichen Leben hat mir das Lesevergnügen so manches mal getrübt. Das Ende ist, im Vergleich zum Roman, leider etwas zu einfach gehalten. Man könnte den Eindruck gewinnen, der Autor hat auf den letzten 20 Seiten die Ideen verloren, ein Epilog um das Schicksal von Susan Burn und Carmen Fortune wäre wünschenswert gewesen. So aber bleibt ein etwas unbefriedigendes Gefühl zurück.

User
Geschrieben von Keksigirl über Kap der Finsternis
24.03.2009 16:35

Inhalt:

Jack Burn, ein Amerikaner mit einem dunklen Geheimnis, seine Frau Susan und ihr 4-jähriger Sohn Matt werden von zwei Gangstern überfallen. Jack gelingt es die Täter zu überwältigen und zu töten.
Ein korrupter Polizist nimmt Jack ins Visier und der Baustellenwärter Benny wird Zeuge der Tat. Auch sie haben Dreck am Stecken und so löst das Ereignis bei der Familie Burn eine Lawine aus, die sie schnell alle zu verschlucken droht...

Meine Meinung:

Roger Smith hat nicht mit der Wimper gezuckt und seinen 356 Seiten langen Roman ziemlich brutal und grausam gestaltet. Mit fließendem Blut hat er wohl ebenso wenig Probleme wie mit roher Gewalt.
In den 33 Kapiteln wird gemordet und gemetzelt, geschändet und hintergangen.
Kapstadt rückt so doch in ein sehr negatives Licht und erscheint genauso unsympathisch wie alle Protagonisten. Sie alle haben schändliche Taten begangen weshalb auch trotz der bereits erwähnten Brutalität kein Mitgefühl beim Leser geweckt wird.
Die Slangsprache die oft verwendet wird macht es besonders zu Beginn doch etwas anstrengend das Buch zu lesen, hat man sich daran gewöhnt stört sie nur noch leicht den Lesefluss.

Zu Beginn wird der Leser regelrecht mit Informationen überhäuft, rasant und atemraubend startet man in die Geschichte und erhält auch gleich einen Überblick über die wichtigsten Figuren. Dann flacht die Handlung etwas ab, wird etwas abgebremst, aber trotzdem vorangetrieben. Einige Handlungsstränge fließen schnell zusammen, während der Zusammenhang zwischen anderen lange im Unklaren schwebt.
Doch am Ende passt dann alles wie die Faust auf's Auge.
Positiv hervorzuheben ist noch, dass sich Roger Smith nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält, sondern stets die Handlung weiterführt und den Fokus auf das Wesentliche legt.

Wenn man das Cover des Romans betrachtet, das doch eher unscheinbar und langweilig ist, rechnet man nicht mit einem so furiosen Roman.

Fazit:

Ein rasanter Thriller, der mehr hält als er von außen verspricht. Ein Buch das einen ein Kapstadt näher bringt, in dem mehr Dunkel als Licht herrscht und in dem an Brutalität nicht gespart wird.

User
Geschrieben von estrella über Kap der Finsternis
17.03.2009 18:26

Jack, der Protagonist, ist mit seiner Frau und seinem Sohn in Kapstadt untergetaucht. Er selber hofft dort auf ein schönes Leben, doch seine Frau Susan hadert mit ihrem Schicksal und möchte ihrem Sohn ein besseres Leben ermöglichen - weit weg von Drogen, Gangs und Slums. Doch genau diese 3 Wörter beschreiben Kapstadt exakt. Und so kommt, was kommen muss. Die Familie wird Opfer einer zufälligen Gewalttat - und kommt glimpflich davon. Doch dafür mussten sie einen hohen Preis zahlen. Nun auf sie aufmerksam geworden, fängt die Polizei an Jack und seine Familie zu beschatten. Die dunklen Schatten seiner Vergangenheit sind dabei ihn einzuholen. Er muss fliehen.

Die rasante Verfolgungsjagd, die sich das Buch zum Thema macht, ist so spannend gestaltet, das man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Man wartet sehnsüchtig darauf, dass sich die vielen Handlungsstränge und Perspektiven zu einem Ganzen vermischen und einen Sinn ergeben. Man fliegt nur so durch die Zeilen.

Das Buch ist in einem authentischen Schreibstil geschrieben, der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Doch gerade deshalbw wirkt dieses Buch so glaubwürdig. Roger Smith deckt viele Missstände auf, ohne jemanden konkret dafür verantwortlich zu machen. Eine gute Lösung, die ihr Ziel erreicht.

Ein nervenzereißender Thriller, der Kapstadt von einer anderen Seite zeigt!

Fmbemil
Geschrieben von FMBEMIL über Kap der Finsternis Star2
15.03.2009 09:25

Wie schade, die Leseprobe vor einigen Wochen hatte ich verschlungen und war total entäuscht, dass ich nicht sofort weiter lesen konnte.

Dann kam das Buch und ich war total happy, weil ich so gespannt war, wie es mit Jack Burn, seiner Familie und den vielen anderen Hauptcharakteren weiter geht.

Leider waren aber die ersten beiden Kapitel auch das beste an dem ganzen Buch. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich mich Seite für Seite weite gequält. Sämtliche Charaktere agieren einfallslos und vorhersehbar, alle jagen sich gegenseitig und am Ende sterben alle "Bösen" und die Guten überleben.

Auch der Stil von Roger Smith hat mich nicht begeistert. Die ständigen Persepektivwechsel sind irgendwann störend geworden und schrecken eher ab als das sie den Leser an das Buch fesseln. Schade, ich hatte wirklich mehr erwartet.

Thorlac
Geschrieben von thorlac über Kap der Finsternis Star5
14.03.2009 10:21

Geradezu unglaublich, welch eine atemberaubende Spannung Roger Smith bereits in den ersten Kapiteln seines Thrillers heraufbeschwört. Aus den Perspektiven verschiedener Menschen verdichtet sich eine temporeiche Geschichte:
Ex-Marine Jack Burn ist auf der Flucht. Seine Spielschulden haben ihn in einen Bankraub verwickelt, der schief ging und einem Cop in Milwaukee das Leben kostete. Zusammen mit seiner jungen, schwangeren Frau Susan und seinem kleinen Sohn verlässt er die Vereinigten Staaten und beginnt in Südafrika in einem ruhigen, wohlhabenden Vorort Kapstadts ein neues Leben. Die Idylle wird jedoch jäh zerstört, als zwei Männer in das Haus der Familie eindringen und Jack beide überwältigt und tötet. Natürlich kann er sich nicht an die Polizei wenden. So entledigt er sich selbst des Problems und entsorgt die Leichen auf den Deponien der Velds vor der Stadt. Doch sein eigentliches Problem hat jetzt gerade erst begonnen.
Eine Baustelle in der Straße wird von Benny Mongrel, einem entlassenen Sträfling, und dessen alternden Wachhund Bessie bewacht. Benny war von Anfang an auf die Verliererseite des Lebens abonniert. Karriere steil bergab. Dass das Leben ihn hart gemacht hat, ist dabei noch weit untertrieben. Seine einzige Sorge und Liebe gilt seiner alten Bessie. Und er hat sich vorgenommen, sauber und ehrlich zu bleiben. Wäre da nicht der fette Polizist, der ihm Fragen stellt über den auf der Straße zurückgelassenen BMW der Einbrecher. Er entfacht in ihm neu kalten Hass, als dieser seine Bessie bedroht und verletzt.
Inspector Rudi Barnard, in den Cape Flats bekannt als Gatsby, regiert seinen Bezirk mit eiserner Faust. Ungestraft mordet und terrorisiert der bigotte Polizist dort schon seit Jahren. Jetzt aber hat er Wind bekommen von einer Säuberungsaktion, bei der korrupte Beamte ins Visier genommen werden sollen. Barnard kannte die Männer, deren BMW vor Jack Burn's Haus zurückblieb, und sein Interesse an der eingewanderten Amerikanerfamilie wird nun zunehmend geweckt. Barnard hat nur ein Ziel im Kopf: möglichst viel Geld machen. Und genau dieses wittert er!
Disaster Zondi ist der von Johannesburg nach Kapstadt entsandte Sonderermittler, um Barnard unter die Lupe zu nehmen. Obwohl sich der fette Inspector immer wieder geschickt aus der Schlinge rettet, bleibt Zondi ihm dicht auf den Fersen, und gerät dabei in die Fronten zwischen dem korrupten Polizisten und dem flüchtigen Amerikaner.

Das Drama entfaltet sich rund um diese vier Männer und ein paar anderen tragischen Figuren, wechselt immer wieder von Person zu Person und spitzt die Situation so zu. Barnards scheußlicher und durchtriebener Charakter lässt einen zeitweise das Buch erschrocken aus der Hand legen. Die Geschichte ist aber derart packend, dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen. Schockierend, wie Roger Smith den Leser dabei letztlich an allen Figuren seiner Geschichte (ver)zweifeln lässt. Wen will man denn innerlich unterstützen, wo doch alle „Dreck am Stecken“ haben?
Smith zeichnet in seinem Thriller mit oft derben Worten ein sehr lebendiges und erschütterndes Bild von den Cape Flats auf dem ausgedehnten Buschland nördlich von Kapstadt, einem Schmelztiegel des Rassenhasses, der Korruption, der Armut und Gewalt. Den Leser erwartet durchweg rasante, bis zum Anschlag geladene Spannung, verpackt in eine dunkle, schwarze Welt inmitten eines bunten, schillernden Landes.
Ein Thriller mit Tempo und Vollgas!
ACHTUNG: Durchatmen können Sie erst wieder, wenn das Buch beendet ist!


LITTERAE SUNT DIVITAE! - http://thorlac.blog.de

User
Geschrieben von villawiebke über Kap der Finsternis
11.03.2009 21:43

So hatte sich der Glücksspieler Jack Burn das Leben mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt nicht vorgestellt, als er unter falscher Identität von L.A nach Kapstadt flüchtet, um in einer der schönsten Metropolen der Welt seiner Familie ein normales Leben zu ermöglichen. Fernab von der Vergangenheit findet sein Plan ein jähes Ende, als zwei Mitglieder der Americans, der größten Gang aus den Cape Flats, in das Haus der Familie einbrechen, um sie auszurauben. Ohne Skrupel stellt sich Jack Burn den Eindringlingen und steht innerhalb kürzester Zeit am Ende seiner Zukunft.

Kapstadt – drittgrößte Stadt in Südafrika, benannt nach dem Kap der guten Hoffnung. Voller unbeherrschter Mentalität, Drogen und Korruption. Bandenkriege sind an der Tagesordnung. Gut getarnt von der eigentlichen Touristenhochburg toben sie in den Slums und bringen schonungslos die raue Wirklichkeit Südafrikas ans Licht.

Inmitten dieser Kulisse erzählt der Autor Roger Smith mit voller verbaler Härte seine Geschichte. Bizarr und ohne Schnörkel reiht er die Fakten aneinander, beschönigt nichts. Rasant im Tempo lässt er Ereignisse und Handlungen ablaufen, dass dem Leser schwindlig wird. Schub um Schub, unwirklich erscheinend und doch voller Realität. Es gibt keine Schonung, auch für seine Protagonisten nicht. Erbarmungslos enthüllt er ihr Leben, stellt sie bloß. Denn jeder hat etwas zu verbergen. Nur die Art und Weise, wie er es tut, unterscheidet sich.

Da gibt es den ruhigen unauffälligen Baustellenwächter mit langjähriger Knast- und Bandenerfahrung, der erst bei näherem Hinsehen Angst einflößt oder den korrupten Polizisten, der mit hohem Aggressionspotential gegen Mitglieder der Unterschichten vorgeht und auch vor Mord nicht zurückschreckt und nicht zuletzt die jugendlichen Einbrecher, die nicht einmal vor einer werdenden Mutter halt machen. Alles Menschen, denen man am Besten nicht begegnen sollte. Und doch sind sie nicht wegzudenken in einer Gesellschaft, die von Gewalt und Rassismus geprägt ist. Wo Prostitution, Waffenhandel, Schutzgelderpressung, Raub, Diebstahl und Hehlerei an der Tagesordnung sind.

Roger Smith zeigt in seinem Buch um den gestrauchelten amerikanischen Glücksspieler Jack Burn die Seite Kapstadt´s, die gut versteckt im Inneren tobt, den Kap der Finsternis. Rasant, gesellschaftskritisch, mit realem Hintergrund wurde der Thriller vom Autor mit viel Wissen zum Detail konstruiert und ist trotz seiner durchgängigen Brutalität äußerst lesenswert.

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