3492052568

Darling Jim

Von:
Christian Moerk

ISBN:
3492052568

Verlag:
Piper

Erschienen:
2009-03

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Rezensionen (17)

 
Stahlfixx
Geschrieben von Stahlfixx über Darling Jim Star4
11.08.2010 21:44

Über das Buch:

In einem irischen Dorf werden drei Leichen gefunden, Moira Walsh und zwei ihrer Nichten, Fiona und Roisin, die sie eingekerkert und langsam vergiftet hatte. Kurz vor ihrem Gifttod gelingt es den Schwestern die Tante zu erschlagen, aber ihr Gefängnis konnten sie trotzdem nicht mehr lebend verlassen. Im Keller wird noch eine leer "Zelle" entdeckt, anscheinend gab es noch ein Opfer, das möglicherweise fliehen konnte.

Die Umstände der Tat bleiben bis zu dem Zeitpunkt ein Rätsel, an dem ein Postbote - Niall, einen unadressierten Umschlag findet und ihn an sich nimmt, darin befindet sich das Tagebuch Fionas und Niall beginnt es zu lesen, er wird eingeweiht in die damaligen Ereignisse um Jim Quick, einem charismatischen Geschichtenerzähler der durch Irland zieht und viele Frauenherzen bricht. Und so macht sich Niall auf die Spurensuche nach West Cork, zu dem Ort an dem alles begann...

Meine Meinung:

Ein außergewöhnlicher Psychothriller, wobei man sich um das wirklich zu dem Buch passende Genre sicherlich streiten könnte, evtl. wäre das Buch besser beschrieben als ein etwas mystisch angehauchter irischer Kriminalroman. Wie es auch sei, jedenfalls hebt sich "Darling Jim" sehr positiv von dem üblichen Schema ab, kann den Leser erstaunen und nimmt ihn mit auf eine Suche nach der Wahrheit hinter vielen Geschichten.

Was mir als erstes durch den Kopf ging, nachdem ich das Buch gelesen hatte - der Weg ist das Ziel. Besser lässt sich die Geschichte nicht beschreiben - mit den Morden in Malahide beginnt die Geschichte, dass Moira die beiden Schwestern vergiftet hat, und dass Fiona und Roisin mit letzter Kraft ihre Tante erschlugen ist von Anfang an klar. Das Buch beschäftigt sich nur mit den Motiven.

Durch die Tagebücher von Fiona und Roisin (das Niall auf seiner Spurensuche später noch findet) begleitet der Leser die beiden durch ihr Leben und lernt Aiolfe, die dritte der "Walsh-Schwestern" kennen. Diese Teile des Buches sind zwar sehr interessant und gut erzählt, jedoch wer hier einen klassischen Thriller sucht, wird sicherlich etwas enttäuscht. Auch Nialls Suche nach den Spuren die die Schwestern und Jim hinterlassen haben ist spannend aber weder blutig noch bringt es den "Thrill", den man von einem Psychothriller erwartet. Die ganze Geschichte lebt dahingehend von dem subtilen und berechnenden Grauen, bzw. Bösen, welches hinter der schönen Fassade von Jim lauert.

Christian Mørk legt Geschichte um Geschichte an, um sie am Schluss zusammenzuführen, denn es steckt auch in den Geschichten die der "Seanchai" Jim erzählt ein Körnchen Wahrheit.

Das Ende hat mich zwar überrascht, aber es hat mir persönlich nicht so gut gefallen, es passt zwar in den Kontext aber es war für mich einfach eine Geschichte zuviel unter den vielen Geschichten.

Mein Fazit:

Ein außergewöhnliches Buch, wer sich entführen lassen will, auf eine Suche nach der Wahrheit zwischen vielen Geschichten, dem sei das Buch empfohlen.

Silberfee28
Geschrieben von Silberfee28 über Darling Jim Star1
16.09.2009 22:12

Storyboard:
Was ist in dem alten verlassenen Haus in dem kleinen irischen Dorf wirklich passiert ?
Auch jahrelang nach Säubern und Instandsetzen des Hauses wird es gemieden wie die Pest. Was haben die Menschen darin verbrochen und was hat der geheimnisvolle Geschichtenerzähler damit zu tun ?

Feedback:
Das Buch geht direkt zu Beginn in die Vollen und schockt den Leser mit allen dramatischen Einzelheiten des Todes der drei Frauen in dem Haus. Auch die Beschreibung des schrulligen Dorfes und dem Verhältnis zu dem Haus kommen nicht zu kurz. Kann der Leser für einen kurzen Moment Luft holen gewinnt der Roman zunächst wieder an Fahrt als das Tagebuch eines der toten Mädchen gefunden wird. Wer jetzt aber einen wirklich spannenden Fortgang hofft wird leider bitter enttäuscht. Irgendwann verliert sich der Autor in einem so lockeren Plauderton das ich bald nach ca. der Hälfte des Buches entnervt und gelangweilt aufgegeben habe.
Der Leser erfährt in diesem Plauderton alles nur nicht das was er unbedingt wissen will.
Fazit:
Ich denke der Leser der sich durch die gut die Hälfte des Buches ausmachenden Plauderton Absätze quält wird es bestimmt nicht bereuen aber mir war es deutlich zu langatmig.
Die Ansätze waren sehr gut aber danach schienen dem Autor die Ideen ausgegangen zu sein. Schade eigentlich.

Josie0412
Geschrieben von Josie0412 über Darling Jim Star4
23.08.2009 15:59

Ich kann mich nicht so recht entscheiden, wie ich das Buch finden soll.
Auf der einen Seite habe ich mir doch ein wenig mehr versprochen, es hätte einfach "spannender" sein können und war mir zu mystisch oder fantasymäßig, auf der anderen Seite konnte man es aber gut in eines weglesen.

Es geht hauptsächlich um 3 tote Frauen und eben den "Womanizer" Darling Jim.
Jim ist anscheinend in die Morde involviert und hat auch so noch mehr "Dreck am Stecken".
Nail kommt durch Zufall an das Tagebuch einer der toten Frauen und versucht auf eigene Faust hinter die Geschichte zu blicken.
Er taucht ein in die Geschichte einer Tante und deren 3 Nichten und eben Jim. Was hat Jim mit allen vieren zu tun? Wie ist der in den Tod der Frauen involviert?

Christian Moerk beschreibt spannend und eindringlich eben diese Story. Für eingefleischte Krimi und Thriller-Fans vielleicht nicht unbedingt das richtige!? Wer jedoch auf Spannung und Mystik steht, sollte dieses Buch gelesen haben.

Fmbemil
Geschrieben von FMBEMIL über Darling Jim Star4
26.03.2009 07:36

Nach der Leseprobe war ich ein bisschen skeptisch was das Buch von Christian Moerk angeht. Die ersten Kapitel waren schleppend und die Spannung fehlte ein wenig.

Eine Tante und ihre zwei Nichten werden in einem Haus tot aufgefunden. Die Ermittlungen ergeben, dass die Tante ihre Nichten getötet hat. Soweit so gut, nicht besonders spannend.

Aber dann findet ein Postmitarbeiter ein Tagebuch, in dem eine der Nichten erzählt was passiert ist.

"Darling Jim" wurde von Seite zu Seite besser und spannender.

Ausgangspunkt des Familiendramas ist Jim, ein Charmeur und Geschichtenerzähler, der die Frauen reihenweise um den Finger wickelt. Leider ist er nicht nur ein Frauenheld, sondern auch ein skrupelloser Mörder. Auch die Tante und ihre Nichten zieht er in seinen Bann: Die Tante will ihn heiraten, mit einer Nichte beginnt er ein Verhältnis und die andere wird von ihm brutal vergewaltigt. Die führt dazu, dass die Schwestern Jim letztendlich erstechen und so Rache nehmen.

All diese Verwirrungen und noch viel mehr stellt Christian Moerk dar. Aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet er das Geschehen. Die Tagebuchform, in der er die Gedanken der Nichten darstellt, ist eine sehr geschickte Darstellungsweise. Sie hat sehr gut gepasst und mich als Leser fasziniert.

Die Geschichte an sich war vielleicht nicht überzeugend, die Darstellungsweise von Christian Moerk hingegen schon. Mich hat er mit "Darling Jim" überrascht und überzeugt, deshalb würde ich gerne mehr von ihm lesen.

Shesei
Geschrieben von shesei über Darling Jim Star5
21.03.2009 23:23

Der Klappentext klang schon Mal sehr interessant. Dann habe ich die Leseprobe gelesen und war sehr interessiert und habe mir das Buch gleich kaufen müssen.

Die Leseprobe ist zwar der Anfang des Buches, aber eigentlich doch mehr das Ende der Geschichte .

Man empfindet Mitleid mit Desmond , doch aufeinmal gibt es Ersatz für diesen. Und der neue Postbote findet ein Tagebuch von Fiona, somit taucht man direkt in die Geschichte wie es zu all dem kam.

Der Schreibstil , auch diese Mischung zwischen Thriller und Mystery , einfach eben ganz anders als ich es mir vorgestellt , bzw erwartet habe.

Man wird so gefessellt von all dem, daß mir pers. es sehr schwer fiel das Buch aus der Hand zu legen.

Um nicht zuviel zu verraten, man muss dieses Buch gelesen haben um eine neue Art von Thriller erleben zu könne.

Also ich war begeistert und hoffe der Autor wird noch mehr Bücher veröffentlichen.

User
Geschrieben von claru über Darling Jim Star4
12.03.2009 15:49

"Ein einsames irisches Haus, drei rätselhafte Frauenleichen und der ebenso skrupellose wie verführerische Geschichtenerzähler Jim Quick - Christian Mork liefert einen packenden irischen Thriller, in dem die Opfer selbst das Rätsel lösen."
Die Idee, die Mordopfer selber die Tat lösen zu lassen, finde ich gut.Die unterschiedlichen Erzählebenen haben mir am Anfang gefallen.
Leider hat sich der Autor m.E. dann jedoch etwas verfransst: Er kann sich nicht entscheiden, schreibe ich einen Thriller oder einen Märchen, bzw. Fantasyroman. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.
Die unterschiedlichen Charaktere der agierenden Personen und die Orte sind sehr gut beschrieben.Dadurch findet man sich schnell - gedanklich und auch visuell- in das Geschehen ein.
Der flüssige Schreibstil fördert das ganze natürlich.
Gelungen finde ich den Schluß des Psychthrillers(?).
Ein schönes Buch über Menschen, Irland und Mythen.
Das Cover ist sehr gelungen und passt hervorragend zu dem Buch.

User
Geschrieben von villawiebke über Darling Jim
10.03.2009 11:44

Der Postbote Desmond Kean findet drei Frauenleichen, die auf grausamste Art und Weise ums Leben gekommen sind. Erschlagen, vergiftet, an Ketten gefesselt. Die Bewohner des kleinen irischen Dorfs Malahide sind geschockt. "Sklavenschwestern von eigener Tante ermordet" schreibt die Presse. Fantasiegespinste der Journalisten oder Wahrheit? Eine Klärung erfolgt zunächst nicht. Das Dorf möchte mit den Morden nichts zu tun haben. Die Ermittlungen der örtlichen Polizei verlaufen im Sande.
Als Desmond von Schuldgefühlen geplagt den Ort verlässt, bekommt das Dorf einen neuen Postboten, den jungen Hobbyzeichner Naill Cleary. Aber auch dieser bleibt ihnen nicht lange erhalten. Kurz nachdem er inmitten der unzustellbaren Sendungen das Tagebuch von Fionah Walsh, einer der toten Fremden, findet, verliert er seinen Job. Er verlässt das Dorf, nunmehr mit einem neuen Ziel. Er möchte den Tod der Walsh-Schwestern aufklären.

Hunger nach Liebe, das zeichnet die Frauen aus, die auf den Charme des Märchenerzählers Jim Quick hereinfallen. Gut aussehend, charmant und mit dem gewissen Etwas zieht er sie in seinen Bann und bringt ihre Herzen zum Schmelzen. Tag für Tag tingelt er durch die Pubs von Irland und erzählt die tragische Geschichte eines Prinzen, der seinen Zwillingsbruder tötet und zur Strafe als Wolf weiterleben muss. Die Erzählungen des charismatischen Wanderers gehen auch an den drei Walsch-Schwestern und ihrer Tante nicht spurlos vorbei und ebenso wie die anderen weiblichen Dorfbewohner, erliegen sie dem Charme des fremden Mannes. Eine Entwicklung, die für sie verheerend enden soll.

Christian Mørk hat für sein Buch „Darling Jim“ eine ungewöhnliche und interessante Art der Erzählung gewählt. Eingebettet in die Ausführungen eines Erzählers, hat er zwei Tagebücher gestellt, die von den Opfern kurz vor ihrem Tod geschrieben wurden und auf ihre eigene Art und Weise die Geschehnisse erklären. Ohne Kommissar oder Sonderkommission, nur durch das Engagement eines Postboten und der aufgefundenen Tagebücher, werden dem Leser die Motive des Verbrechens und seine Aufklärung nach und nach deutlich. Eine Geschichte, die an ein Märchen für Erwachsene erinnert, aber in ihrer Grausamkeit seines gleichen sucht.

Nicht nur die ungewöhnliche Art der Erzählung, auch der Schreibweise des Autors hat überzeugt. Seite für Seite enthüllen die Tagebücher der Schwestern die für das Verständnis des Lesers notwendigen Fakten, ohne auf die Darlegung der Gefühle und Sichtweisen der Opfer zu verzichten. Stück für Stück entwickeln sich die Ereignisse und lassen sich letztendlich wie ein Puzzle stimmig aneinanderfügen. Aber bis es soweit ist, wartet der Leser voller Ungeduld auf das entscheidende Teil, das dem Ganzen einen Sinn verleiht. Leicht und flüssig, ohne unnötige Ausschweifungen schafft es der Autor, eine gleich bleibende Spannung aufzubauen, welche es dem Leser leicht macht, das Buch in einem Zug durchzulesen.

„Darling Jim“ ist kein Thriller im herkömmlichen Sinn. Weder der typische rasante Spannungsaufbau, noch der dominierende psychologische Aspekt ist vorhanden. Es ist ein guter Roman mit kriminalistischen Elementen, der wie ein mystisches Märchen für Erwachsene anmutet.

User
Geschrieben von Stephi über Darling Jim
08.03.2009 16:31

Rache ist das zentrale Thema dieses Thrillers - sowohl als Handlungsantrieb als auch als Ziel. Dies allein deutet bereits darauf hin, dass das Buch „Darling Jim“ für seine Leser einiges bereithält - und um es gleich vorweg zu nehmen: man wird nicht enttäuscht.

Fiona, Aoife und Róisín sind Schwestern, leben in einer kleinen Stadt in Irland und erliegen, wie viele andere Frauen in der Region auch, dem Charme Jims. Dieser ist Geschichtenerzähler, ein sogenannter seanchaí, und ist viel mehr, als er zu sein vorgibt. Leider erkennen die Schwestern dies viel zu spät, was ihnen zum Verhängnis wird. Ein einzelner Mann schafft es, angetrieben von niederen Beweggründen, erst einen Keil zwischen die Geschwister, dann zwischen Freunde und schließlich zwischen die Bewohner der ganzen Stadt zu treiben. Reihenweise erliegen sie seinem Charme. Alle, egal ob jung oder alt, himmeln ihn an und man stellt sich als Leser schon gelegentlich die Frage, was so besonders an ihm ist.

Erzählt wird die Geschichte der Schwestern durch ihre Tagebücher. Ein am Geschehen unbeteiligter Mann findet diese und lässt sich von den Mädchen ihre Geschichte erzählen. Dies geht soweit, dass er schließlich Nachforschungen anstellt und das Leben der Schwestern nachvollziehen und vor allem offene Fragen klären möchte. Als Leser schwebt man währenddessen immer etwas in der Luft. Die Geschichten, von denen man teilweise nicht weiß, ob sie wahr sind oder nicht, sind geprägt von den Gefühlen der Erzählerinnen und lassen einen verstehen, wie es zu der einen oder anderen Handlung kam. Parallel dazu kann man nur schwer begreifen, wie es überhaupt zu den Geschehnissen kommen konnte. Man wird also permanent gefordert und muss sich bereits während des Lesens immer wieder Urteile bilden, was das Lesen unheimlich spannend und anspruchsvoll gestaltet.

Gleiches trifft auf das Ende zu. Die Auflösung ist gleichermaßen schockierend und gefühlsbetont, dass es selbst beim Lesen teilweise nicht ganz einfach ist, den Spagat zu schaffen. Belohnt wird man für seine „Bemühungen“ mit einer sehr tiefgründigen und unkonventionell erzählen Geschichte, bei der man gelegentlich nicht weiß, mit wem man sympathisieren soll/möchte bzw. mit wem nicht.

Christian Mørk zeichnet seine Charaktere unterschiedlich stark, was aber dem Handlungsverlauf geschuldet und notwendig ist, um verschiedene Aspekte richtig wirken lassen zu können. Er offenbart dem Leser genau so viel, wie nötig ist, um Gedankengänge und Handlungen verstehen bzw. nachvollziehen zu können, lässt aber gleichzeitig noch genug offen, um dem Leser eine Interpretationsmöglichkeit zu geben und die Charaktere selbst kennen lernen zu können.

„Darling Jim“ ist für mich ein sehr tiefgründiges Buch, was besonders durch die Handlungsmotivationen der einzelnen Charaktere interessant ist und dem Leser einen Einblick in die Psyche von Opfern und Tätern gleichermaßen gewährt. Die Erzählweise des Autors ist unkonventionell, funktioniert aber ausgesprochen gut und macht das Buch zu einem Lesevergnügen.

User
Geschrieben von Keksigirl über Darling Jim
03.03.2009 11:26

... oder von dem, der auszog die Walsh-Morde zu klären

Es war einmal in Malahide, da lebte ein Briefträger namens Niall und behaglicher Ruhe. Doch eines Tages stolperte er in der Arbeit plötzlich über ein mysteriöses Büchlein, das sein Leben von nun an verändern sollte. Denn das Büchlein vermochte eine grausame Tat zu klären, nämlich den grausamen Tod von Moira Walsh und ihren beiden Nichten Fiona & Róisín aus der Strand Street Nummer 1. Niall war sehr mutig und so begab er sich auf ihre Spuren und in ihre todbringende Vergangenheit...

Oft hat man schon Diskussionen darüber mitbekommen, ob die Märchen der Gebrüder Grimm zu grausam sind. Befürworter dieser Theorie sollen Christian Morks Roman "Darling Jim" lesen um zu wissen, wie grausam Märchen wirklich sein können.
Denn als ein Märchen - wenn gleich auch ein sehr modernes - lässt sich dieser Thriller am besten beschreiben.
Er bietet einen bösen Wolf, wie auch arglose Zicklein, eine böse Hexe und einen mutigen Prinzen.
Schade ist nur, dass der Autor seine Märchenfiguren sehr oberflächlich handeln lässt und sie wenig tiefgründig gestaltet hat.
Anders ist der Thriller aber auf jeden Fall und somit durchaus interessant und besonders.
Die Handlung ist gut strukturiert und klar, die Sprache verständlich und ansprechend. Wie in einem Märchen notwendig wird das Geschehen sehr bildhaft und magisch dargestellt.
Die Art und Weise der Aufklärung der Tathintergründe ist treffend gewählt. Wer könnte eine Geschichte besser erzählen als jemand, der sie selbst erlebt hat? So lässt der Autor Fiona & Róisín durch ihre Tagebücher sprechen.
Schön ist auch, dass am Ende alle offenen Fragen stimmig geklärt worden sind und der Leser somit über alle Hintergründe und Folgen bestens Bescheid weiß.
Einige unerwartete Geschehnisse sorgen zudem für Spannung, wenn sie auch am Ende teils gestellt oder unglaubwürdig wirken, als ob der Autor die Lust verloren hätte.

Alles in allem ein gutes und stimmiges Buch, das durch seine sprachliche und methodische Gestaltung über andere Schwächen hinwegsehen lässt. Ein Roman mit interessanten Figuren, die dem Buch das gewisse "Etwas" verleihen, nämlich eine märchenhafte Erscheinung. Und wenn es nicht gelesen wurde, dann lesen wir es noch heute.

User
Geschrieben von Lyra70 über Darling Jim Star5
02.03.2009 08:16

„Halt mit mir den Atem an. Mach keinen Mucks.
Mach dir ruhig Notizen wenn du willst.
Vielleicht erinnere ich mich nicht mehr in der richtigen Reihenfolge der Ereignisse.“


Inhalt:
Im schlummernden Ort Malahide trägt Desmond, der alte Briefträger, wie immer seine Post aus. Er geht gerade so schnell, dass man ihn nicht für einen Spanner hält, um hier und da auf einen Kaffee eingeladen zu werden. Doch als er in die Strand Street einbiegt und auf Nummer One zugeht stellen sich ihm die Nackenhaare auf. Er entdeckt durch den Briefschlitz Moira Walsh tot am Boden liegend in ihrem Haus. Das Ausmaß des Verbrechens wird nach und nach bekannt, als Fiona entdeckt wird und am Schluss ihre Schwester Roisin, beide Tod. Sie waren eingesperrt und abgemagert. Es sind die Nichten von Moira, Roisin und Fiona Walsh. Kurz vor dem Ende der Spurensicherung entdeckt man Spuren im Keller die darauf hinweisen, dass eine dritte Person gefangen gehalten wurde. Da man diese nicht findet geht man davon aus, dass dieser Person die Flucht aus dem Verlies gelungen ist. In den Körpern von Fiona und Roisin wurden Spuren von Rattengift gefunden.

Erzählt wird die Geschichte des Buches durch die Tagebücher der Schwestern, an die der Briefsortierer Nail gelangt. Nail hat die Nachfolge von Desmond angetreten, der seit den Morden von der Dorfgemeinschaft gemieden wird. Nail entdeckt das erste Buch am Boden der Sortiermaschine.

Die drei Schwestern, leben in einer Gemeinde im Südwesten Irlands und lassen sich wie viele andere in dem Dörfchen vom Charme Jims betören. Darling Jim ist Geschichtenerzähler, ein Seanchaí.
Ab hier beginnt das erste Tagebuch die Geschichte der 3 Schwester, ihrer Tante Moira und Jim zu erzählen. Viele weiter spränge tun sich noch auf durch die Geschichten die Jim der Gemeinde erzählt, hier gibt es am Ende noch eine Überraschung.
Da ich euch das Leseerlebnis nicht nehmen will werde ich hier aufhören und bitte, macht euch selbst ein Bild von Jim, dem bester Geschichtenerzähler und …

Eigene Meinung
Es wurde hier schon einmal sehr treffend formuliert. Nicht irgendein Psychologe mit genug eigenen Problemen, detailliert geschilderte Morde eines verrückten Serienkillers weder noch depressive Cops stehen hier im Vordergrund, sondern die Geschichte der 3 Schwestern, ihrer Tante Moira und Jim. Das ist wirklich sehr angenehm zu lesen und so lässt man sich viel schneller in den Tiefen der Geschichte nieder und beobachtet wie das alles geschehen konnte. Moerk nimmt in seinem Roman auch das Leben in Irland und insbesondere das Leben in kleinen Gemeinden aufs Korn. Auch die verschiedenen Erzählformen innerhalb des Romans machen das lesen zu einem Erlebnis.
Interessant finde ich auch wie Christian Moerk auf die Idee zu der Geschichte kam. Er lass eines Tages in der Zeitung von 4 Frauen die Tod in einem Haus aufgefunden wurden, anscheinend hatten sie sich zu Tode gehungert. Immer wieder beschäftigte der Gedanke an die 4 Frauen den Autor so sehr das er diese Geschichte zu Tage förderte.

Für mich ist es ein gelungener Roman dessen Genre aber für mich nicht eindeutig zu identifizieren ist. Mystisch, psychologisch und sehr gewand in seiner Erzählform.

Lasst euch vom Seanchaí Moerk in den Bann ziehen.

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