3764502843

Die Bücherdiebin: Roman

Von:
Markus Zusak

ISBN:
3764502843

Verlag:
Blanvalet Verlag

Erschienen:
2008-02-27

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2 Mitglieder haben Rezension zu diesem Buch geschrieben

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Beschreibung

Den Tod muss man nicht fürchten. Er ist nämlich, wie er als Ich-Erzähler von sich selbst in einer Vorbemerkung sagt, „bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen“. Nur hätten die meisten Menschen „einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen“. Mit einem weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu Beginn auf, dass ihm nämlich die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil. Ab und zu, so erfahren wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich abzulenken. „Ihr wollt wissen“, fragt er, „wovon ich mich ablenken muss? (…) Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden.“ Eine solche Überlebende, „eine Expertin im Zurückbleiben“ ist die neunjährige Liesel Memminger. Von ihr handelt dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod der neunjährigen Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihre Karriere als Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber lernt sie das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen. Sie „rettet“ auch welche -- vor den Flammen der Nazis. Und hin und wieder bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es sein, die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller – und in ihren Büchern.

Der Tod, den der Autor uns hier präsentiert, muss man in der Tat nicht fürchten. Er ist weder böse noch kaltblütig. Und er hat eine Schwäche für Menschen, die lesen und die Bücher lieben. Ist das nicht beruhigend? Und er kann obendrein -- zumindest in der Fantasie Markus Zusaks -- wunderbar erzählen. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de

Rezensionen (2)

 
User
Geschrieben von Lyra70 über Die Bücherdiebin: Roman Star5
06.02.2009 20:44

2 in einem, Jugendbuch und Roman für Erwachsene.
Lediglich das Cover ist anders, vom Inhalt her sind beide Bücher gleich.
Die Bücherdiebin.
Ein Roman über die wirren des Krieges und wie ihn ein Mädchen, anfänglich mit 9 Jahren, erlebt.

Erzählt wird die Geschichte von einem der Liesel immer wieder begegnet, ihr Leben scheint von Ihm geprägt zu sein. Dem Tod.
Das erste Mal begegnet der Tod dem Mädchen als ihr kleiner Bruder stirbt, sie waren gerade auf dem Weg zu ihren neuen Pflegeeltern. Die Mutter kann sich nicht mehr um sie kümmern und der Vater ist (oder war?) "Kommunist". Auch wenn Liesel nicht weiß, was dieses Wort bedeutet, hat sie doch seine Konsequenzen erfahren:
(Auszüge aus dem Buch)
"Da waren Pensionen, vollgestopft mit Menschen, Zimmer,
vollgestopft mit Fragen. Und dieses Wort. Das
merkwürdige Wort war immer da, irgendwo in der Nähe,
stand in der Ecke, lauerte im Schatten. Es trug Anzüge
und Uniformen. Egal wohin sie gingen, es war da, sobald
die Sprache auf ihren Vater kam. Sie konnte es riechen
und schmecken. Sie konnte es nur nicht buchstabieren
und auch nicht begreifen."
"Liesel hätte sie zu gerne nach der Bedeutung jenes
Wortes gefragt, aber es bot sich einfach nie die
Gelegenheit. Eines Tages holte man die Frau zum Verhör.
Sie kehrte nicht zurück."

Hier soll aber noch mal erwähnt werden das nicht der Erzähler schuld ist an dem Sterben, nein, er freut sich auch nicht über die viele Arbeit.
(Auszug)
"Das Tagebuch des Todes: 1942
Es war ein denkwürdiges Jahr, wie 79 nach Christus oder
1346, um nur zwei zu nennen. Vergesst die Sense - ich
hätte einen Besen oder einen Wischmopp gebraucht. Oder
Urlaub."

Liesel wird in eine für sie merkwürdige Familie gebracht, die Mutter eine scheinbar herrische, Frau mit losem Mundwerk (später erfahren wir das sie Liesel dennoch - auf ihre Art - liebt), der Vater ein Anstreicher mit Hang zur Musik und der Begabung, dem Mädchen Geborgenheit zu geben.

So beginnt die Geschichte von Liesels langem Weg durch die Wirren einer furchtbaren Zeit in der Himmelstraße, immer wieder begegnet ihr dabei der Tod.

Was hat das alles mit dem Buchtitel zu tun?
Liesel stiehlt bei der ersten Begegnung mit dem Tod ein Buch. Aber noch kann sie nicht lesen, das wird ihr zu einem späteren Zeitpunkt von Ihrem neuen Papa beigebracht. Täglich üben sie, immer nach den Alpträumen die Liesel immer wieder plagen, weil sie die Augen ihres toten Bruders nicht vergessen kann.
Das zweite Buch stiehlt sie aus dem Feuer. Anlässlich des Geburtstages des Führers findet eine Bücherverbrennung statt. Aber das Buch welches sie
findet ist nicht verbrannt.
Die weiteren Bücher stiehlt sie bei Ihrer Freundin der Bürgermeisterin.

Diese schenkt ihr am Ende ein leeres Buch, ein Buch in dem sie alles aufschreiben kann. Liesel fängt an, nachts im Keller ihre Geschichte aufzuschreiben. Über Rudi, dem Jungen mit den Haaren wie Zitronen, über Max dem Faustkämpfer, über Mama und Papa, Frau Harmann, Frau Holzinger und den Fiedlers und der Himmelstraße.

Dies ist ein ganz und gar ungewöhnliches Buch.
Sprachlich sehr gut, rührend, traurig und bewegend. Der Tod in diesem Buch ist ein Freund, der am Ende eines langen Weges zu Besuch kommt. Und ihr ein verloren gegangenes Geschenk macht. Eine sehr tröstliche
Vorstellung.

Schaetzelein83
21.12.2008 22:08

Am Anfang dachte ich, dass das Buch wirklich überbewertet wird - und der Erzählstil ist auch sehr gewöhnungsbedürftig zu Beginn. Aber wenn man sich dann (nach Überwindung es nicht sofort abzubrechen) eingefunden hat, liest es sich leicht aber stellenweise auch tiefschürfend und gefühlvoll. Für zwischendurch sehr zu empfehlen :)

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